Der ehemalige deutsche Torwart und heutige TV-Experte Oliver Kahn wurde am 15. Juni 1969 in Karlsruhe geboren. Schon als Kind war Kahn ein passionierter Fußballspieler. Seine Karriere begann mit 6 Jahren bei seinem Heimatsverein Karlsruher SC, für den bereits sein Vater, Rolf Kahn, gespielt hatte. Seine Eltern unterstützten den jungen Torwart bei seiner Leidenschaft und bestanden aber dennoch darauf, dass ihr Sohn sich neben dem Fußball um einen vernünftigen Abschluss kümmere. Nachdem Kahn sein Abitur am Helmholtz Gymnasium in Karlsruhe absolviert hatte, fing er an Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität Hagen zu studieren. Sein Studium brach er jedoch, nachdem er sein Grundstudium abgeschlossen hatte, wieder ab.
Sein Bundesligadebüt gab Kahn im November 1987 und bereits drei Jahre später wurde er Stammtorwart beim KSC. Durch seine hervorragenden Leistungen beim KSC wuchs schnell sein Bekanntheitsgrad, sodass auch bald der deutsche Rekordmeister FC Bayern München auf ihn aufmerksam wurde. So kam es, dass Kahn 1994 für umgerechnet 2,3 Millionen Euro als Nachfolger von Raimund Aumann zu den Bayern wechselte. So eine hohe Summe war bis zu diesem Zeitpunkt noch nie für einen Torwart der Bundesliga gezahlt worden. Im gleichen Jahr wurde Kahn zum besten Torhüter der Bundesliga gewählt.
Während seiner Zeit beim FC Bayern München konnte der ehrgeizige Torwart zahlreiche Erfolge erzielen. 1996 gewannen die Bayern mit Oliver Kahn im Tor den UEFA-Pokal und Kahn wurde im selben Jahr Europameister. 1997 gewann der Keeper mit dem FC Bayern München seine erste Meisterschaft und wurde erneut zum Torhüter des Jahres gewählt. Diese Auszeichnung wurde ihm in den darauffolgenden Jahren vier weitere Male verliehen. Die Bayern konnten mit Kahn im Tor insgesamt achtmal die Meisterschale holen. Zudem gewann der Verein sechsmal den DFB-Pokal, sechsmal den DFB-Ligapokal und 2001 schließlich den Weltpokal. Im selben Jahr sicherten sich die Bayern dann den Champions League Sieg, nachdem Kahn drei Strafstöße souverän gehalten hatte. Aufgrund seiner Erfolge erhielt der mittlerweile weltbekannte Torwart 1999, 2000 und 2001 dreimal die Auszeichnung zum Welttorhüter des Jahres.
Einer der Höhepunkte seiner Fußballkarriere war mit Sicherheit die WM 2002 in Japan und Südkorea, bei der Kahn durch seine hervorragende sportliche Leistung die Nationalelf ins Finale brachte. Da er bis zum Endspiel nur 1 Gegentor kassierte, ging Kahn zuversichtlich in das WM-Finale gegen Brasilien. Dennoch musste die Deutsche Nationalelf im Endspiel eine 0:2 Niederlage gegen die Brasilianer einstecken und der Traum vom WM-Titel war geplatzt. Trotz dieser Niederlage hatte Kahn während der Weltmeisterschaft eine beeindruckende Darbietung geboten, weswegen er unter anderem als erster Torwart die Auszeichnung zum besten Spieler der WM erhielt.
Vor der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land entschied sich der damalige Teamchef, Jürgen Klinsmann, überraschend für Kahns Konkurrenten, Jens Lehmann, als Nr. 1. Kahn unterstütze die Mannschaft dennoch als Ersatztorhüter bei diesem Turnier, was ihm viele Sympathien einbrachte. Im Laufe dieses Turniers, bei dem Kahn mit der Nationalmannschaft 3. wurde, bestritt er auch sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft.
Oliver Kahns letztes Bundesligaspiel fand am 14. Mai 2008 gegen Hertha BSC Berlin statt. Es war ebenfalls sein 557. Bundesligaspiel, welches ihm den dritten Platz in der Tabelle der Spieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga aller Zeiten einbrachte.
Zu seinen zahlreichen sportlichen Erfolgen und Titeln gesellten sich auch einige andere Auszeichnungen, wie beispielsweise der „Bambi“ oder die „Goldene Kamera“. Neben seiner Karriere als Fußballprofi veröffentlichte Kahn auch drei Bücher mit den Titeln „Nummer eins“ (2004), „Ich. Erfolg kommt von innen“ (2008) und „Du packst es! Wie du schaffst, was du willst auf dem Markt“ (2010). Seit der EM 2008 ist Kahn ebenso als TV-Experte im ZDF zu sehen. Oliver Kahn lebt seit dem 8. Juli 2011 in zweiter Ehe mit seiner Frau Svenja, nachdem er sich 2009 nach zehn Jahren von seiner ersten Ehefrau Simone getrennt hatte. Er hat drei Kinder, von denen zwei seiner ersten Ehe zuzuschreiben sind.